Concrete Genie

Concrete Genie

Publisher: Sony
Entwicklerstudio: Pixelopus
Genre: Action-Adventure
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 08.10.2019
USK 12

Concrete Genie   28.10.2019 von LorD Avenger

Der Traum eines jeden kreativen Kindes wird in Concrete Genie Realität: Die eigenen Zeichnungen erwachen zum Leben und werden zu fantastischen Freunden...

 

Inhalt

 

Nach einer Öltanker-Katastrophe vor der Küste von Denska breitet sich eine finstere Substanz über die Stadt aus und bewegt die Bewohner zur Flucht. Lediglich eine Handvoll Kinder nutzen die verlassenen Straßen noch als Spielplatz und einer von ihnen ist Ash, der entgegen der Warnungen seiner Eltern gerne herkommt, um in Ruhe zu zeichnen. Die Ruhe ist dummerweise vorbei als eine Gruppe von Jugendlichen auftaucht, ihn angreift und sein Skizzenbuch zerstört. Die losen Seiten werden in alle Himmelsrichtungen zerstreut und Ash in die Seilbahn gesperrt, die zum verlassenen Leuchtturm fährt. Auch in die alte Ruine haben sich ein paar von seinen Skizzen verirrt und auf der verzweifelten Suche nach einem Ausweg erwacht eine seiner entworfenen Kreaturen zum Leben. Die gut gelaunte Luna, die sich frei über alle Wände bewegen kann und sich als Dschinn entpuppt, verleiht Ash einen magischen Pinsel, mit dem er lebendige Wandmalereien erschaffen und weitere seiner Zeichnungen beleben kann. Die knallbunten Zottelmonster helfen Ash mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten zurück in die Stadt zu gelangen und dort den Kampf gegen die voranschreitende Finstersubstanz aufzunehmen.

 

Gameplay

 

In Concrete Genie steuert man Ash aus einer Third Person-Perspektive durch die kleine Hafenstadt Denska. In den menschenleeren Straßen treiben sich nur noch die feindlich gesinnten Jugendlichen herum, denen man im Idealfall unbemerkt aus dem Weg geht, um nicht angegriffen zu werden. Durch Rufen kann man die Bande in andere Bereiche locken. Das ist meist notwendig, um an die fliegenden Seiten zu gelangen, die entweder fest an einem Punkt schweben oder vor einem davonwehen und gejagt werden wollen. Die Seiten aus Ashs Skizzenbuch sind Bausteine, die mithilfe des riesigen magischen Pinsels und der Bewegungssteuerung an jede beliebige Wand in der Stadt befördert werden können. Durch das vorsichtige Neigen des PS4-Controllers kann man so in einer Linie Gras wachsen lassen, einen Baum, Pilze, Indianer-Totems, Sterne, Sonnen oder sogar unterschiedliche Wetterdarstellungen, wie Wind, Regen oder Gewitter. Das sind die Bausteine, die von den unterschiedlichen Dschinns in aussagekräftigen Sprechblasen gefordert werden, damit sie einem mit ihren Fähigkeiten weiterhelfen.

 

Die Dschinns sind alte Kreidezeichnungen von Ash, die überall in der Stadt verteilt auf dem Boden erhalten geblieben sind. Mit seinen neu gewonnenen Zauberkräften kann er sie an eine nahe gelegene Wand befördern, sie optional mit gesammelten Accessoires wie Ohren, Hörnern oder Blumen ausstatten und sie im Anschluss zum Leben erwecken. Die flauschige zweidimensionale Kreatur folgt einem daraufhin gut gelaunt entlang der Wand und kann für verschiedene Hindernisse eingesetzt werden. So können beispielsweise rote Dschinns rote Hindernisse in Brand stecken und somit zerstören, blaue Dschinns können blaue Gegenstände mit ihrer Puste bewegen und gelbe bringen Stromkästen wieder zum Laufen oder leiten Strom entlang defekter Leitungen. So lassen sich kleinere Rätsel lösen, die einen am Voranschreiten hindern.

 

Im letzten Drittel des Spiels ändert sich das Gameplay zu einer action-orientierteren Variante, in der man rasant über den Boden gleiten und mit seinem Pinsel unterschiedliche Geschosse abfeuern kann.

 

Bildergalerie von Concrete Genie (19 Bilder)

Grafik

 

Optisch sieht das Spiel großartig aus. Die triste Stadt vermittelt wirklich hervorragend das Gefühl einer verlassenen Hafengegend und bietet mit seinen dunklen Grau- und Brauntönen die ideale Leinwand für die leuchtenden bunten Wandmalereien. Die lebendigen Zeichnungen wechseln nahtlos auf die vorgesehene Oberfläche, hält sich dort durch das gesamte Spiel hinweg und bewegt sich natürlich und ohne Ruckler oder andere Aussetzer. Auch Ash lässt sich sehr angenehm und flüssig steuern und sieht dabei in allen Bewegungen glaubhaft aus. Besonders beeindruckt hat mich aber das Spiel von Licht und Schatten - gerade, wenn in einer dunklen Gasse direkt am Wasser eine alte Hafenlaterne ihr Licht durch die neblige Luft schimmern lässt, sieht das schon wirklich unverschämt gut aus. Einzig bei der Mimik der Charaktere in den Zwischensequenzen bin ich kein Freund der Stil-Wahl. Wie in einem Stop-Motion-Kinderfilm bewegen sich Augen und Mund und erwecken dabei eher den Eindruck von Puppen als von tatsächlichen Menschen, was mich ein wenig gestört hat.

 

Bilder und Cover © 2019 Sony Interactive Entertainment Europe Limited


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Concrete Genie ist ein liebevoll entwickeltes, nettes Spiel für Zwischendurch. Die in wenigen Stunden abgearbeitete Story ist simpel und kindgerecht (weshalb mich die USK 12-Empfehlung stark verwundert), mit schöner Moral, die sich aus dem Mobben der anderen Kinder ergibt. Die Umgebungen sehen großartig aus und überzeugen speziell durch ihr auffälliges Licht- und Schattenspiel, die Charakteranimationen mit ihren gewöhnungsbedürftigen Stop-Motion-Mimiken sind Geschmackssache - ich hätte mir etwas weniger puppenhaftes gewünscht. Auch das Gameplay ist überaus simpel, hübsch und bunt, bietet aber nicht annähernd so viele Möglichkeiten, wie man vielleicht gerne hätte - zwar kann man die Monster mit verschiedenen Hörnern o.ä. versehen, im Grunde genommen sehen sie aber nahezu immer gleich und wie vom Spiel vorgesehen aus. Auch die Wandgemälde sind im Grunde genommen nur Aneinanderreihungen von Bausteinen, die einen auf Dauer nicht übermäßig unterhalten und eher weniger Kreativität fördern. Dennoch sind die leuchtenden, beweglichen Wandmalereien in der dunklen, tristen Stadt ein fröhlicher Farbtupfer - genau wie dieses Spiel in der Sammlung von PS4 Exclusives.


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Tolle Optik mit großartigen Licht- und Schatteneffekten
  • Die Wandmalereien bleiben durch das Spiel hin erhalten und leuchten hübsch kontrastreich
  • Jede Menge Sammelsachen erweitern die malbaren Objekte
  • Kurze Spieldauer von 2-3 Stunden
  • Wenig kreative Entfaltungsmöglichkeiten beim Malen
  • Spiel selbst nicht VR-fähig, lediglich ein separater Sandkastenmodus





Kommentare[X]

[X] schließen