Pokemon 3 - Im Bann der Icognito

Pokemon 3 - Im Bann der Icognito

Originaltitel: Pokémon 3 - The Movie
Genre: Anime
Regie: Kunihiko Yuyama • Michael Haigney
Laufzeit: DVD (74 Min) • BD (74 Min)
Label: Polyband
FSK 6

Pokemon 3 - Im Bann der Icognito   03.11.2019 von LorD Avenger

Kurz nach der Jahrtausendwende vor fast zwanzig Jahren erschien der dritte Pokémon-Film und damit der letzte aus der Anime-Reihe, der es in die deutschen Kinos schaffte. Ash trifft erneut auf legendäre Pokémon, die die Welt bedrohen...


Inhalt

 

Ein alter Freund von Professor Eich ist berühmter Archäologe und wird in eine Ausgrabungsstätte berufen, in der Anzeichen für die legendären Icognito-Pokémon entdeckt wurden. Bei den Untersuchungen verschwindet er allerdings spurlos und lässt seine kleine Tochter alleine zurück. Als seine letzten Funde und Untersuchungsdokumente im Haus eintreffen und die kleine Molly damit herumspielt, erwachen die Icognito erneut und beginnen damit, ihre kindlichen Wünsche und Träume um sie herum zu materialisieren. So erscheint das legendäre Pokémon Entei aus ihrem Bilderbuch als Beschützer und sowohl das Anwesen als auch das gesamte Umland werden in Kristall gehüllt. Unerreichbar von den mysteriösen Kräften abgeschottet ist Molly aber immer noch einsam und wünscht sich nun auch eine Mama - da kommt die Mutter von Protagonist Ash Ketchum gerade recht, die am Rande der Kristallwüste im Fernsehen erscheint. Entei hypnotisiert und entführt sie und Ash bricht sofort mit seinen Freunden auf, um sie zu befreien und das Chaos zu stoppen.

 

Der dritte Pokémon-Film ist die letzte pompöse Erinnerung, die ich aus meiner Kindheit noch mit dem Franchise verbinde. Der Gang ins örtliche Kino, gebannt und ganz für mich alleine im Sitz versunken und die neuen Abenteuer von Ash auf der großen Leinwand verfolgend. Auch wenn Lugia im zweiten Film bereits den Anfang machte, so startet erst jetzt wirklich die zweite Generation der Taschenmonster in meiner mit Abstand liebsten Region Johto. In Ashs Team finden sich so natürlich die drei Starter-Pokémon besagter Generation wieder und darüber hinaus sind nur Bisasam und natürlich Pikachu verblieben - Schiggy wurde verstoßen und Glurak zum Training in irgendeinem Vulkan abgegeben. Eben das Problem, das ich seither mit dem Anime und mit Ash habe: Er bringt es nie zu irgendetwas, weil er immer wieder von vorne anfängt und jedes Mal, wenn er endlich gescheite Pokémon herangezüchtet hat, diese frei lässt oder abgibt. Natürlich muss man die Serie über Jahrzehnte hinweg interessant gestalten, die neuen Fans bedienen, die mit jeder neuen Generation - genau wie bei den Spielen - hinzukommen und irgendwo auch den Umstand berücksichtigen, dass alles irgendwo nicht viel mehr als eine große Werbeveranstaltung für Videospiele, Sammelkarten, Merchandise und mehr ist. Ich sollte mich eigentlich längst nicht mehr darüber aufregen, aber doch tue ich es als eingesessener Fan nach wie vor.

 

Wie dem auch sei, Im Bann der Icognito ist mir tatsächlich als einer meiner liebsten Pokémon-Filme in Erinnerung geblieben aber auch bei den beiden Vorgängern habe ich nun - rund 20 Jahre später - gemerkt, dass ich als Kind noch etwas einfacher zu beeindrucken war. Mit Film 3 verhält es sich ähnlich. Zum einen ist er mit seinen 74 Minuten natürlich unglaublich kurz für einen ehemaligen Kinofilm und zum anderen ist die Geschichte wieder einmal simpler als die nostalgische Erinnerung mit wahrmachen wollte. Der Konflikt baut sich sehr schnell auf, Ash wird ebenso schnell darin verwickelt, es gibt ein paar Kämpfe, das große aber ebenso schnelle Finale und dann mündet alles in ein Kitschende ohnegleichen - mehr Happy End als in diesem Film geht wirklich überhaupt nicht, außer wenn Ash am Ende noch Pokémon-Meister werden würde.

 

Bildergalerie von Pokemon 3 - Im Bann der Icognito (7 Bilder)

Details der Blu-Ray

 

Wie schon bei den beiden vorangegangenen Blu-Ray-Veröffentlichungen müssen wir leider auch hier auf den im Kino noch gezeigten Kurzfilm Pikachu & Pichu verzichten, der vorab lief und der Vorstellung wenigstens annähernd zu einer abendfüllenden Länge verhalf. Weitere Extras sind ebenfalls nicht enthalten. Der Film sieht, an seinem Alter gemessen, gut aus und füllt den Bildschirm im 16:9-Format. Die Farben sind nicht so kräftig, wie man es von einigen neueren Produktionen gewohnt ist, aber das Bild ist scharf und die Animationen sind weitestgehend sauber, wenn auch eher auf der simpleren Seite und stark unterstützt von eher hässlichen 3D-Animationen (das Anwesen von Molly wurde zugunsten vereinfachter Kamerafahrten in 3D nachgebaut und alle Icognito sind offensichtliche 3D-Modelle, die sich nicht gut in die gezeichneten Umgebungen einfügen). Am Ton gibt es nichts auszusetzen - alle Stimmen sind wiederzuerkennen und das großartige Johto-Theme aus der Serie erschallt ebenfalls.

 

 

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Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Zwar wird Im Bann der Icognito nicht ganz den nostalgischen Kindererinnerungen gerecht, dennoch ist es ein schöner Abschluss der ursprünglichen Filmtrilogie, die es noch in die deutschen Kinos schaffte. Die Geschichte ist nett, endet nach 74 Minuten allerdings deutlich zu früh, deutlich zu schnell und vor allem deutlich zu kitschig - mit der einen oder anderen Idee fürs Finale hätte man noch gehörig Potential herausholen können. Einen besonderen Platz in meinem Herzen nimmt der Film allerdings wegen der starken Rolle meines Lieblings Glurak ein, der zur Unterstützung aus seiner Verbannung zurückkehrt - wie er es nur in wenigen weiteren Folgen der Serie tut. Für Fans des Franchises - gerade die alten Hasen - ist es sicherlich ein netter Ausflug in die Pokémon-Welt - neutrale Anime-Fans oder gar vollkommen Unbeteiligte werden dem Streifen aber sicher eher weniger abgewinnen können.


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