Der Babadook

Der Babadook

Originaltitel: the Babadook
Genre: Horror • Thriller
Regie: Jennifer Kent
Hauptdarsteller: Essie Davis • Noah Wiseman
Laufzeit: DVD (90 Min) • BD (94 Min)
Label: Capelight Pictures
FSK 16

Der Babadook   20.05.2026 von Xthonios

Auf dem Sundance Film Festival sorgte er bereits für Überraschungen, am 07.05.2015 landete der Film in den deutschen Kinos. 11 Jahre später erscheint Der Babadook nun erstmals auf 4K und wir wollten wissen, ob der Film wirklich das verspricht, was die internationalen Stimmen so flüstern...

 

Die Geschichte um den Babadook

Seit dem Tod ihres Mannes wird die alleinerziehende Mutter Amelia (Essie Davis) von den vergangenen Ereignissen heimgesucht: Als ihr Ehemann sie zur Geburt des gemeinsamen Sohnes ins Krankenhaus brachte, kam es zu einem Autounfall. Nur Amelia und der unmittelbar nach dem Unfall geborene Samuel (Noah Wiseman) überlebten.

 

Knapp sieben Jahre später lässt Amelia das schreckliche Ereignis immer noch nicht los. Aber auch Samuel wird von Albträumen geplagt, in denen er von einem unheimlichen Monster gejagt wird. Mit selbst gebauten Waffen und Knallkörpern will er sich gegen das Ungeheuer zur Wehr setzen. Samuels lebhafte Fantasie führt dabei aber verstärkt zu Problemen im Alltag: In der Schule, auf dem Spielplatz und bei anderen Kindern eckt er mit seinem teils irrationalen Verhalten an. Auch Amelia selbst hat Probleme, das Verhalten ihres Sohnes zu ertragen – schließlich jähren sich Todestag ihres Gatten und Geburtstag ihres Sohnes bald wieder und Samuel raubt ihr mit seinen Ängsten zunehmend den Schlaf.

 

Als Samuel eines Abends das seltsame und unheimliche Kinderbuch mit dem Titel „Mister Babadook“ in seinem Zimmer entdeckt und seiner Mutter überredet, ihm die beklemmend düstere Erzählung als Gute Nacht-Geschichte vorzulesen, eskaliert das Geschehen zunehmend. Denn in dem Buch droht die furchteinflößende Kreatur, der „Babadook“, dem Leser damit, sich in dessen Leben zu schleichen und sich daraus nicht mehr vertreiben zu lassen. Obwohl Amelia die nächtlichen Albträume ihres Sohnes zunächst als Ausgeburt kindlicher Einbildungskraft abtut, scheint die fiktive Figur tatsächlich vom Leben der Mutter und des Sohnes Besitz zu ergreifen. Amelia gerät dabei zwischen ihrem anstrengenden Job als Altenpflegerin und der Herausforderung durch ihren zunehmend verstörten Sohn an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Als Samuel im Keller des Hauses spielt, in dem Amelia die Andenken an ihren verstorbenen Gatten aufbewahrt, kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden. Amelia verliert die Kontrolle über ihr Leben und die Grenze zwischen Wahn und Wirklichkeit verschwimmt und plötzlich kann auch sie ihn sehen: den Babadook.

 

Unser Review

Jennifer Kents Der Babadook ist kein gewöhnlicher Horrorfilm – er wirkt vielmehr wie ein schleichender Albtraum, der sich aus den Rissen eines zerfallenden Alltags speist. In ihrem Spielfilmdebüt zeichnet Kent das beklemmende Porträt einer Mutter, die unter der Last von Trauer, Schlaflosigkeit und emotionaler Erschöpfung langsam zu zerbrechen droht. Amelia wandert durch ihr eigenes Leben wie durch eine verfallene Welt, in der jeder Tag ein Echo des Verlusts ist – und ihr Sohn Samuel zugleich Anker und Abgrund.

 

Die Beziehung zwischen Mutter und Kind entfaltet sich als zermürbender Tanz aus Nähe und Abstoßung. Samuels ungestüme, fordernde Energie prallt auf Amelias emotionale Leere, wodurch eine Spannung entsteht, die kaum auszuhalten ist. Kent gelingt es dabei, die Grenzen zwischen psychologischer Realität und übernatürlichem Schrecken aufzulösen: Der eigentliche Horror kriecht nicht aus dem Schatten – er wächst im Inneren.

 

Visuell unterstreicht der Film diese Trostlosigkeit mit einer bewusst entsättigten Farbpalette und einem klaustrophobischen Setting. Das viktorianische Haus wirkt wie ein lebendiger Organismus, dessen staubige Räume von Vergangenheit und Verfall durchdrungen sind. In dieser erstickenden Umgebung manifestiert sich der Babadook weniger als Kreatur denn als Symptom – ein Echo von Schuld, Scham und verdrängtem Schmerz.

Getragen wird der Film von Essie Davis’ erschütternd nuancierter Darstellung, die Amelia weder verteufelt noch verklärt, sondern als zutiefst menschliche Figur zeigt.

 

Das Mediabook

Werfen wir einmal einen Blick das neue Mediabook. Während das erste Mediabook in einem dunkeln Rot veröffentlicht wurde, spiegelt das neue Mediabook die reduzierten Farbtöne des Films gut wider. Im fast trostlosen Grau / Schwarz präsentiert uns Capelight ein gewohnt stilistisch tolles Kleinod mit der 4K- und BD-Fassung sowie einem 24-seitigen Booklet, in der die Regisseurin Jennifer Kent über ihren Film spricht. 


Technische Details

 

BLU-RAY (2015):

Kommen wir nun zur technischen Seite des Streifens. Bildtechnisch präsentiert sich der Film im Breitbildformat 2,35:1. Den gesamten Film über finden wir bis auf ein paar Ausnahmen nur wenig Farben und kräftige Kontraste vor. Die bewusst gewählte Farblosigkeit untermalt so hervorragend auch die Gesamtstimmung des Films und Amelias Leben. Umso kräftiger können die Schwarzwerte überzeugen. Ein Bildrauschen konnten trotz der vielen Schattierungen und dunklen Szenen nicht gefunden werden. Wie bei Capelight üblich, überzeugt auch die Tonqualität der Blu-ray wieder. Auf der Disk liegen sowohl eine deutsche und englische verlustfreie und nicht komprimierte DTS-HD Master Audio Tonspur vor. Die Dialoge sind jederzeit klar verständlich, die Hintergrundgeräusche und Effekte werden sauber auf alle Boxen verteilt und auch der Bass meldet sich in einzelnen Szenen kräftig und sauber. Die Extras können sich ebenfalls sehen lassen. Neben mehreren Making-ofs finden wir auch ein Kurzfilm über die Romanvorlage "Monsters" sowie Informationen zu den Special Effects und Weiteres vor.



4K UHD (2026):

Mit der neuen 4K-Ultra-HD-Veröffentlichung liefert Capelight Pictures dem modernen Horror-Meisterwerk *The Babadook* eine Präsentation, die dem atmosphärischen Psychoterror von Regisseurin Jennifer Kent absolut gerecht wird. Der Film erscheint auf Basis eines neuen nativen 4K-Masters und überzeugt sowohl visuell als auch akustisch auf ganzer Linie. Schon die Bildqualität hinterlässt einen starken Eindruck. Obwohl der Film größtenteils an nur einem Schauplatz entstand, wirkt die Inszenierung in 4K erstaunlich hochwertig und detailreich. Besonders die bewusst reduzierte Farbpalette entfaltet ihre volle Wirkung: Die fast monochrome Gestaltung erzeugt eine bedrückende Atmosphäre, während gezielt eingesetzte Farbakzente umso stärker hervorstechen. Dank HDR10 und erweitertem Farbraum wirken Kontraste außergewöhnlich intensiv – von hellen Spitzlichtern bis hin zu tiefen, satten Schwarzwerten. Gerade in den dunklen Szenen zeigt sich die Stärke dieser Veröffentlichung. Schatten bleiben sauber durchzeichnet und verleihen dem Film eine zusätzliche Dimension an Spannung.

Viele Momente leben von kleinen visuellen Details und subtilen Veränderungen im Umfeld der Figuren, was durch die gestochen scharfe 4K-Präsentation besonders eindrucksvoll zur Geltung kommt. Die klaustrophobische Stimmung des Hauses wird beinahe greifbar und unterstützt den psychologischen Horror des Films perfekt.

 

Auch akustisch überzeugt die Veröffentlichung mit einer starken DTS-HD Master Audio 5.1-Abmischung. Die Tonspur arbeitet überwiegend subtil, nutzt ihre Dynamik aber gezielt für maximale Wirkung. Dialoge bleiben jederzeit klar verständlich, während der zurückhaltende Score die beklemmende Atmosphäre kontinuierlich verstärkt. Wenn der Film seine intensiven Momente erreicht, entfaltet die Tonkulisse eine beeindruckende Präsenz und sorgt für echtes Unbehagen. Besonders gelungen sind die feinen Hintergrundgeräusche: dumpfe Schläge in der Nacht, entfernte Straßengeräusche oder plötzlich einsetzende Schreie erzeugen eine konstante Spannung, ohne jemals überladen zu wirken. Genau diese kontrollierte Zurückhaltung macht den audiovisuellen Stil von *The Babadook* so effektiv. Diese 4K-Veröffentlichung präsentiert den Film in bestmöglicher Form.  

Bildergalerie von Der Babadook (8 Bilder)



Cover & Bilder © 2026 capelight pictures OHG


Das Fazit von: Xthonios

Xthonios

Nach dem Trailer erwartet man klassischen Horror, doch Der Babadook entfaltet eine düstere, psychologische Tiefe. Der Film beginnt ruhig, fast erschöpfend, mit der zerrütteten Beziehung zwischen Amelia und ihrem fordernden Sohn. Erst später verdichtet sich das Geschehen zu verstörender Intensität. Die blasse, farbarme Bildsprache verstärkt das Gefühl von Ausweglosigkeit. Trotz seiner starken Thematik wirkt der Film stellenweise zu kontrolliert – ein beklemmendes Werk, das zwischen emotionaler Wucht und kühler Perfektion schwankt.


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