Lion - Der lange Weg nach Hause
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BEWERTUNG |
14.07.2017 von Born2bewildVor einiger Zeit, war er überall in den Medien, Saroo Brierley. Ein Inder, der eine atemberaubende Geschichte hinter sich hatte, die kein Hollywoodschreiberling hätte sich so ausdenken können. Seine Lebensgeschichte wurde im mit fünf Oscars nominierten Film Lion – Der lange Weg nach Hause verfilmt. Ob der Film uns genauso beeindruckt hat wie Saroos Geschichte, erfahrt Ihr in unserem Review…
Saroo (Sunny Pawar) und seine Familie leben in Indien in einer Kleinstadt. Seine Mutter arbeitet in einem Steinbruch und er hat eine kleine Schwester und einen großen Bruder Guddu (Abhishek Bharate). Gemeinsam mit seinem Bruder sorgt der Fünfjährige für seine Familie. Sie springen auf Züge und klauen Kohlen, die sie gegen Milch und Reis eintauschen. Eines Tages jedoch möchte sein Bruder nachts losziehen, um zu arbeiten und so weiteres Geld zu verdienen. Saroo möchte natürlich mit, doch eigentlich ist Guddu dagegen, denn es geht nicht nur um die späte Uhrzeit, sondern auch um schwere körperliche Arbeit. Doch Saroo lässt nicht locker und so steigen die zwei in den Zug und fahren eine Zeit lang, in der Saroo wie erwartet einschläft. Als sie angekommen sind, versucht er seinen kleinen Bruder wach zu machen, was nur bedingt gelingt. Also lässt er ihn am Bahnhof zurück und sagt ihm, er fragt ob sie Arbeit für die Beiden haben und dass er bald zurückkehren würde, um ihn zu holen. Saroo sieht seinen Bruder noch weglaufen und schläft dann wieder ein. Als er wach wird, ist sein Bruder fort und der Bahnhof immer noch menschenleer. In seiner Nähe steht ein leerer Zug, in dem er seinen Bruder sucht, doch ohne Erfolg. Dann übermannt ihn seine Erschöpfung und er schläft in dem Zug ein. Als er wieder aufwacht ist der leere Zug in voller Fahrt und er hat keine Möglichkeit ihn zu verlassen. Der kleine Junge versucht verzweifelt aus dem Zug zu kommen, vergebens. So bewegt sich der Zug zwei Tage lang unaufhaltsam in das ferne Kalkutta.
Dort angekommen versucht Saroo irgendwie zurückzukommen, doch die Leute dort verstehen ihn nicht einmal. So findet er ein paar Kinder an einem Bahnhof, bei denen er schlafen kann, doch schon in der Nacht kommen Männer, die die Kinder einfangen und wegbringen. Nur Saroo gelingt es, zu entkommen. Wenig später trifft er noch eine Frau, die nett zu sein scheint, aber auch Böses im Schilde führt. Also lebt er erst einmal auf der Straße. Dort wird er von einem Mann entdeckt, der ihn zur Polizei bringt. Diese wiederum lässt ihn in eine Art Heim bringen, das eher einem Kindergefängnis ähnelt. Dort muss er aber nicht lang bleiben, denn ein australisches Pärchen, John (David Wenham) und Sue (Nicole Kidman), adoptiert ihn und so gelangt er nach Tasmanien. Dort führt er (Dev Patel) eigentlich ein ganz gutes Leben und lernt seine Freundin Lucy (Rooney Mara) kennen. Doch irgendwie fühlt er eine Leere in sich, mit der Frage nach seiner Herkunft…
Wird es Saroo gelingen, seine innere Leere zu füllen und seine Mutter mit seinem großen Bruder und seiner Schwester wiederzufinden?
Es ist schon sehr beeindruckend, was Saroo Brierley in seinem Leben erlebt hat. Der Film Lion – Der lange Weg nachhause bringt einige Details ans Licht, die man so in den Reportagen vielleicht noch nicht kannte. Wie man in den Interviews der Extras erfährt, wurden aber ein paar Details verändert. Der Film ist ein Drama mit dokumentarischem Charakter. Gerade am Anfang und am Ende ist er sehr mitreißend, allerdings wirkt er in der Mitte sehr oberflächlich und belanglos. Die schauspielerische Leistung ist insgesamt sehr gut, doch irgendwie ist der mittlere Teil des Films nichts Ganzes und nichts Halbes. Es wird viel angeschnitten, was mehr Fragen als Antworten aufwirft.
Technisch gesehen weiß der Film aber zu überzeugen. Die Bildqualität der Blu-ray ist hervorragend und bietet eine ausgezeichnete Schärfe sowie einen ausgeglichenen Kontrast. Soundtechnisch gibt es in DTS-HD 5.1 Master ordentlich auf die Ohren. Gekrönt wird das Ganze mit ein paar Featuretten wie Interviews, Blicken hinter die Kulisse und dem Musikvideo zu „Never give Up“. Cover & Bilder © Universum Film GmbH Das Fazit von: Born2bewild
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