Stygian: Reign of the Old Ones

Stygian: Reign of the Old Ones

Publisher: 1C Entertainment
Entwicklerstudio: Cultic Games
Genre: Rollenspiel
Sub-Genre: Taktisches Rollenspiel
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 26.09.2019

Stygian: Reign of the Old Ones   26.10.2019 von VanTom

Städte oder Stadtteile, welche Arkham heißen, haben in der Spielgeschichte oft keine gute Rollen gespielt: Man denkt zum Beispiel an Bat-Mans Arkham Asylum. Im neuen Rollenspiel Stygian: Reign of the Old Ones hat es eine ganze Stadt namens Arkham in eine andere Welt verschlagen. Entdecker VanTom ist mitgereist und beschreibt seine ersten Eindrücke aus der verlorenen Stadt.

 

Nach einem verstörenden Intro findet sich der frischgebackene Spieler in einem Menü. In diesem Menü kann der Neuling mit einem vorgefertigten Charakter beginnen. Da es sich aber um ein waschechtes Rollenspiel handelt, kann ich auch einen neuen Charakter erstellen. Zunächst kann ich zwischen einem männlichen oder weiblichen Charakter wählen. Anschließend folgt die Wahl des Alters. Ich kann hier wählen, ob mein Charakter jung, erwachsen oder alt ist. Ein junger Charakter hat weniger Erfahrung (bzw. Punkte für Fertigkeiten), hat dafür aber einen Bonuspunkt für den Körperbau, Geschick oder Sinne. Erwachsene sind ausgeglichen und erfahren keine Änderung. Alte Menschen haben einen Abzug auf Körperbau, Geschick oder Sinne, erhalten aber zwei Fertigkeitspunkte zusätzlich - insgesamt ein interessanter Rollenspielaspekt. Anschließend erfolgt die Wahl des Archetypen. Dabei handelt es sich um so etwas, wie eine Klasse oder ein Beruf in anderen Rollenspielen. Dabei sind solche Berufe, wie Ermittler, Aristokrat oder Verbrecher. Insgesamt gibt es 8 solcher Archetypen, welche dann aber noch mittels eines Hintergrunds modifiziert werden. So kann ein Akademiker den Hintergrund Psychiater haben. Damit bekommt der Charakter einen Bonuspunkt auf Psychologie und einen Abzug auf übernatürliche Verteidigung. Insgesamt damit festgelegt in welchen Rahmen sich der Charakter in Stygian bewegt und sich entwickeln kann. Nachdem dies festgelegt ist, kann der Spieler als nächstes sein Glaubenssystem festlegen. So kann er beispielsweise einem humanistischen Glaubenssystem anhängen oder ganz und gar nihilistisch sein. Taten oder Dialogoptionen, welche zu dem gewählten Glaubenssystem passen, geben dem Charakter einen Bonus und wirken sich positiv auf die Fassung auf. Steht also die Weltanschauung der neuen Spielfigur fest, kann mittels der Identität festgelegt werden, wie dieser dann aussieht. Der Spieler hat dann die Möglichkeit aus einer Liste von Portraitbildern auszuwählen und einen passenden Namen zu vergeben. Ist auch dies erledigt kommt der Spieler zum interessanten Teil und kann endlich Punkte vergeben. Hier kann zwischen Attributen und Fertigkeiten gewählt werden. Unter Attributen finden sich die Werte, welche den Charakter beschreiben, z.B. das Geschick oder die Präsenz der Spielfigur. So bildet die Präsenz beispielsweise das Charisma ab und wird für die Fertigkeit Rhetorik genutzt. Fertigkeiten bilden das Können der Spielfigur ab. So gibt es die Fertigkeiten, wie Schusswaffen, Ermittlung oder Okkultimus. Letzter erlaubt beispielsweise das Erforschen von okkulten Formeln oder das Wirken von Zaubern. Diese Fertigkeiten erlauben aber auch verschiedene Dialogoptionen, welche nur durch die Fertigkeit freigeschaltet wird. Daneben gibt es weitere Werte, z.B. die Gesundheit und Fassung. Gerade letztere wirkt sich darauf auf, wie der Charakter mit der Umwelt umgehen kann. Ist alles auf dem Maximum ist der Charakter Gesund und Gefasst. Von dem gewählten Archetyp hängt es auch ab, welche Fertigkeiten die Berufsfertigkeiten sind und somit auf die maximale Stufe gebracht werden.

 

Nachdem dies abgeschlossen ist, erfährt der Spieler was passiert ist. Die gesamte Stadt Arkham wurde am Black Day von der Erde gerissen und taucht unter fremden Sternen wieder auf. Es findet sich zwischen den Dimensionen. Dabei sollte der Spieler wissen, dass Arkham eine fiktive Stadt aus dem H.P. Lovecraft-Universum ist. Dabei geht es in Stygian auch um den Cthulhu-Mythos, welche sich um die großen Alten dreht und einer Art von kosmischen Horror darstellt. Dabei ist in Stygian: Reign of the Old Ones für Arkham alles gelaufen. Die Stadt wurde mit den Menschen in eine Welt des Wahnsinns entführt. Es geht jetzt darum, wie die Menschen mit der Perversion des neuen Standorts umgehen. So sagte das Spiel auch, dass es eigentlich nicht darum geht, das Spiel zu gewinnen, sondern in der feindlichen Umgebung zu überleben.

 

So wacht mein Ermittler Chris Sinclair in einem Alptraum auf und wird von einem unheimlichen Mann mit einer Laterne beobachtet. In dem handgezeichneten Zimmer steht meine Spielfigur auf. Arkham wurde in den 1920er-Jahren von der Erde entführt. Dementsprechend gibt es auch Schusswaffen, aber andere Technologien sind noch nicht entwickelt. Die Menschen und Meinungen entsprechen auch den 20er Jahren. So lasse ich meinen Charakter die Lampe nehmen und folge dem Unheimlichen. Ich kann auch erkennen, dass meine Lampe mit Kerosin verwendet. Als Ermittler folge ich der verdächtigen Person weiter und verlasse meinen Schlafplatz. Ich trete heraus in die verlassene Stadt und die Umgebung ist trist und traurig. Dabei sehen die Zeichnungen und Grafiken sehr gut aus...auch die Musik und die Geräusche schaffen eine verlorene Atmosphäre. Ich folge dem Unheimlichen weiter durch die dunklen Gassen. Kurz vor seinem Ziel sehe ich tanzende Geistgestalten, welche kurz danach dabei sind sich gegenseitig umzubringen. Der Unheimliche geht bis zur Universität und mein Held wacht aus seinem Traum...ein neuer Tag in Arkham.

 

Damit beginnt meine Reise durch die Ruinen der Stadt aus den 20ern. Ich treffe viele kaputte Charaktere, welche sich in dieser Welt eingerichtet haben. So gibt es zwei starke Fraktionen in Arkham. Zum einem gibt es die Mafia, zum anderen die Kultisten. Beide sind nicht sonderlich Menschenfreundlich und ein Menschenleben zählt nicht viel in diesem Arkham. Immer wieder werde ich Zeuge von sinnlosen Morden. In dieser Welt kann schon ein falscher Blick reichen um zu ein böses Enden zu finden. Besonders muss der Charakter auch auf seine Angst achten. Durch verstörende Ereignisse steigt nicht nur die Angst und die Fassung sinkt, sondern dies kann auch dazu führen, dass der Charakter schizophren wird. Dabei ändert sich dann die Grafik und der Spieler sieht abstruse Gestalten, zusätzlich zu den anderen kaputten Gestalten. Sehr schön ist auch, dass diese Krankheit meine Dialogoptionen ändert, so dass ich hoffe, dass mein Charakter dies nicht wirklich so sagt. Dies ist eine ganz eigene Art von Spielerlebnis. Wie in jedem guten Rollenspiel sollte der Held und die Gruppe alles erforschen und mitnehmen was sie können. So gibt es ein System um Gegenstände herzustellen, sofern die passende Formel vorliegt, der Charakter die benötigte Fähigkeiten hat und die notwendigen Gegenstände gesammelt wurden. Auch kann der Held neben sich Begleiter in einer Gruppe sammeln. So hat der Archetyp Großwildjäger einen Jagdhund zu seiner Unterstützung bei sich. Daneben lassen sich aber auch andere Charaktere rekrutieren. Unsere Gruppe benötigt aber auch Nahrung um aktiv zu sein. Somit besteht auch immer die Anforderung, dass die Gruppe mit Essen versorgt werden muss. Damit aber nicht genug. Die Charaktere können auch erschöpft werden und müssen dann Rasten, um wieder zur gewohnten Leistungsfähigkeit zu gelangen. Neben Verrückten, der Mafia und den Kultisten finden sich auch Ghouls und ähnliche Abscheulichkeiten als Gegner, welche dann in einem rundenbasierten Kampfsystem bestritten werden müssen. Dabei verfügt ein Held über eine bestimmte Anzahl von Aktionspunkten, welche er in der Runde einsetzen kann. So kann er sich bewegen, einen Gegner angreifen, einen Zauber sprechen oder auch einfach nur sich verteidigen. Die Kämpfe sind teilweise sehr fordernd und wirken je nach Skillung auch sehr schwer. Manchmal ist es auch pures Glück, wenn ein Kampf gewonnen wird, oder eben auch Pech. Der Spieler muss einen Kampf aber nicht zu Ende bringen, in dem er alle seine Gegner tötet, sondern kann auch die Flucht nach vorne antreten, wenn eine bestimmte Anzahl von Gegnern besiegt wurde. Dabei werden bestimmte Felder eingeblendet, wenn diese Möglichkeit besteht. Haben die Charaktere dies geschafft, erhalten sie die gleiche Anzahl von Erfahrungspunkten. Durch Siege in Kämpfen, richtige Dialogentscheidungen oder auch durch das Erlangen von Wissen, können Erfahrungspunkte gesammelt werden. Wenn genug Erfahrung gesammelt wurde, kann der Held, ganz rollenspieltypisch, eine Stufe aufsteigen und seine Fertigkeitswerte steigern.

 

Bildergalerie von Stygian: Reign of the Old Ones (13 Bilder)

Alles in allem erzeugt das Spiel durch die schönen und düsteren Grafiken eine schaurige menschenfeindliche Atmosphäre. Die Dialoge sind teilweise krank und böse geschrieben, z.B. wenn eine Prostituierte beschreibt, dass sich für sie gar nicht so viel geändert hat. Sie muss jetzt in einer unmenschlichen Welt überleben und musste dies vorher schon. Es finden sich Händler, welche aber kein Geld wollen, sondern mit Zigaretten bezahlt werden. In unserer Stammbar steht, dass nur Dosen serviert werden, da der Koch leider verstorben ist. Auch gibt es viel zu lesen, da die Entwickler viele Texte eingebaut haben, welcher auf H.P. Lovecrafts Werke verweisen, aber auch die Geschichte dieses Arkhams erzählen. Im der Spielwelt finden sich viele Menschen, welche Hilfe wollen. Somit gibt es neben der Verfolgung des Unheimlichen auch viele weitere Dinge zu erledigen, welche aber auch in das Umland von Arkham führen. Es gibt also vieles zu erforschen und mitzunehmen. Es lohnt sich...


Bilder: © 2018 1C Company. Developed by Cultic Games. All rights reserved.


Das Fazit von: VanTom

VanTom

Stygian: Reign of the Old Ones ist ein interessantes Rollenspiel im H.P. Lovecraft Universum. Einem Rollenspieler werden viele Funktionen geboten, da es Items, verschiedene Fertigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten gibt. Das Szenario und die Geschichte sind spannend. Das Spiel ist aber schwer und kann auch stellenweise frustrierend sein, wenn ein Kampf knapp verloren geht. Die Grafik und Musik erwecken die entsprechende Atmosphäre. Die Dialoge sind krass geschrieben und man fragt sich öfters, was der Entwickler zu genommen haben. Alles in allem eine klare Empfehlung, welche Lovecraft mögen oder mal eine andere Art von Rollenspiel mögen. Gerne mehr davon!


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