The Hole in the Ground

The Hole in the Ground

Originaltitel: The Hole in the Ground
Genre: Horror • Thriller
Regie: Lee Cronin
Hauptdarsteller: Seána Kerslake • James Quinn Markey
Laufzeit: DVD (87 Min) • BD (91 Min)
Label: Weltkino
FSK 16

The Hole in the Ground    13.09.2019 von MarS

Denkt man an Horrorfilme, dann fallen einem wohl zuerst Länder wie Frankreich, Spanien oder natürlich die USA ein. Immer wieder werden jedoch auch kleine Produktionen aus anderen Ländern bei uns angespült, die sich als äußerst interessant erweisen. Der irische Horrorthriller The Hole in the Ground ist einer dieser Filme...

 

Inhalt

 

Sarah hat sich von ihrem Mann getrennt und flüchtet sich gemeinsam mit ihrem Sohn Chris in ein abgelegenes Anwesen auf dem Land, um dort einen Neuanfang zu starten. Nach einem Streit rennt Chris eines Nachts in den naheliegenden Wald und scheint plötzlich spurlos verschwunden zu sein. Voller Sorge entdeckt Sarah ein riesiges Senkloch, doch bereits kurz darauf steht Chris völlig unbeschadet vor ihr. Allerdings scheint irgendetwas mit ihm nicht in Ordnung zu sein, denn mit der Zeit häufen sich die Kleinigkeiten, die Sarah an der Identität ihres Sohnes zweifeln lassen. Und auch eine im Ort als geistig verwirrt geltende alte Frau hegt ihre Zweifel daran, ob der Junge wirklich derselbe ist, der in der Nacht in den Wald gelaufen ist...

 

Nachdem die Horrorfans langsam gelangweilt sind von immer wiederkehrenden Geisterfilmen mit Jumpscares oder bluttriefenden Splatterfilmen, sind aktuell gerade die Filme angesagt, die andere Wege einschlagen und frischen Wind ins Genre bringen. Anstatt den Zuschauer mit Standardkost zu versorgen, liefern Streifen wie Der Babadook, The Witch oder auch Hereditary - Das Vermächtnis eher ruhige, dafür extrem atmosphärische Kost, die auf psychologischer Ebene die Vorstellungskraft des Zuschauers fordert. Damit erreichen die Macher zwar nicht das reizüberflutete Mainstreamkino, sehr wohl aber all diejenigen, die sich von Horror inzwischen etwas mehr erwarten. Auch The Hole in the Ground ist einer dieser Filme...

 

Grundlage dafür, dass The Hole in the Ground auf mehreren Ebenen funktioniert, ist das stets im Vordergrund stehende Familiendrama innerhalb der Beziehung zwischen einer alleinerziehenden Mutter und ihrem Sohn, welches dank der perfekten Harmonie zwischen den beiden Darstellern absolut glaubwürdig und authentisch wirkt. Trotz stets spürbarer Mysteryeinflüsse sind es vor allem die realistische Darstellung einer zerrütteten Familie, die Selbstzweifel der Mutter sowie der zunächst unscheinbar wirkende Druck aus dem gesellschaftlichen Umfeld, die den schmalen Grat zwischen Realität und Fiktion säumen und damit den Zuschauer vor die gleichen Fragen stellt, die auch die Figuren im Film bewegen. Ist die Mutter einfach nur mit der gesamten Situation überfordert und auf dem besten Weg in eine psychische Krankheit? Stimmt mit ihrem Sohn wirklich etwas nicht, oder bildet sie sich alles einfach nur ein? Großartig ist in diesem Bezug die stimmige Zusammenarbeit von Seána Kerslake und ihrem Filmsohn James Quinn Markey. Gerade letzterer hat ein paar markerschütternde Auftritte, die ihn zu einem der gruseligsten Filmkinder überhaupt werden lassen. Dabei geht The Hole in the Ground mit nur wenigen Ausnahmen, die das mögliche Grauen visualisieren, beinahe gänzlich auf psychologischer beziehungsweise atmosphärischer Ebene vor, ein Weg der in Verbindung mit dem angewandten Realismus deutlich effektiver wirkt als würde man den Schrecken zu deutlich zeigen. Genau aus diesem Grund verzichtet der Film auch auf eine abschließende oder umfangreiche Erklärung der Vorgänge, damit am Ende genug Raum für eigene Interpretationen bleibt.

 

Bildergalerie von The Hole in the Ground (7 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Das Bild der Blu-ray bietet eine ordentliche Schärfe vor allem in Nahaufnahmen, feine Details bleiben aber aus. Die Farbgebung bleibt einer sehr tristen Palette treu und erweist sich als stark reduziert, was der Atmosphäre des Films jedoch zuträglich ist. Hin und wieder ist leichtes Filmkorn auszumachen. Schwachpunkte sind der teilweise zu gräuliche Schwarzwert sowie starkes Banding, das beinahe durchwegs vorhanden ist und stellenweise sehr störend wirkt. Die Tonspur liefert eine gute Dynamik und kann die Stimmung durch gezielte Effekte und ein hervorragend abgestimmtes Sounddesign perfekt unterstützen, beschränkt sich aber dennoch fast gänzlich auf den vorderen Boxenbereich. Nur selten verirren sich einzelne Soundfetzen auf die hinteren Lautsprecher, dafür sind die Dialoge durchgehend klar und sauber.

 

Bilder © Weltkino Filmverleih / Savage Productions


Das Fazit von: MarS

MarS

Und wieder trifft ein moderner Genrevertreter genau den Nerv der vom Mainstreamhorror gelangweilten Fanbase. The Hole in the Ground reiht sich in die Reihe der Filme ein, die den Massen zu ruhig und verschlossen sind, Freunde von etwas anspruchsvollerer Kost aber voll und ganz zufrieden stellen können. Atmosphärisch, mit den richtigen Darstellern besetzt und sowohl im visuellen als auch akustischen Bereich perfekt aufeinander abgestimmt ist The Hole in the Ground ein fieser kleiner Streifen, der souverän realistische Bezüge mit Mysteryelementen mischt und das Ganze damit umso packender gestaltet.


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