Carcassonne Jubiläumsausgabe

Carcassonne Jubiläumsausgabe

Genre: Legespiel • Strategiespiel • Familienspiel
Autor: Klaus Jürgen Wrede & das Hans im Glück Team
Illustrator: Anne Pätzke, Marcel Gröber
Spieleverlag: Hans im Glück
Empfohlenes Alter: 7
Spieldauer: 35 Minuten

Carcassonne Jubiläumsausgabe   18.03.2024 von Born2bewild

Auch wenn sich die Brettspielwelt kontinuierlich weiterentwickelt und manche Spiele aus der Jugend oder Kindheit weniger attraktiv wirken, so gibt es doch einige Klassiker, die man einmal gespielt haben sollte. Hierzu gehört nicht nur Catan, sondern auch Carcassonne. Anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums erschien hier vor einiger Zeit eine Jubiläumsausgabe, mit der wir in einem Teil unseres Teams die „Bildungslücke“ erfolgreich schließen konnten…

 

Spielmaterial und Aufbau

 

Schon die Verpackung dieser schönen Jubiläumsausgabe lässt das Herz höherschlagen. Der dunkelblaue Karton, der nicht nur durch seine Schlichtheit, sondern auch das Funkeln der Schrift und die leichten Erhebungen, durch die man das Wappen auf der Front und die Schriften leicht fühlen kann, wirkt sehr edel. Auf die üblichen Aufdrucke wie die Spielerzahl, das empfohlene Alter und die Spieldauer hat man zugunsten des Designs verzichtet. Im Inneren des Kartons setzt sich der gute Eindruck fort. Neben zwei Anleitungen, die sich anfühlen wie edles Pergament, gibt es auch einen Stickerbogen, mit dem man die enthaltenen Meeple verschönern kann. Auf diesem befinden sich mehr Sticker als man für das Spiel benötigt. Hierzu gibt es noch den Hinweis, dass die Meeple bewusst noch nicht beklebt wurden, damit Ihr Eure Figuren so individuell gestalten könnt, wie Ihr das möchtet. Natürlich darf das wichtigste Spielelement nicht fehlen: Die Legeplättchen. Diese befinden sich in ein paar Stanzbögen. Auch hier fällt wieder auf, dass man sich Mühe gegeben hat: bestimmte grafische Highlights der Plättchen sind durch ein spezielles Druckverfahren besonders hervorgehoben. Sie glänzen ein wenig und lassen sich erfühlen, fast wie ein Hologramm-Effekt. Außerdem finden sich auf zahlreichen Plättchen Hinweise auf das zwanzigjährige Jubiläum. Die Zahl zwanzig ist auf einigen Bannern oder Schildern der Städte und Wegkreuzungen zu sehen. Für die Erfassung der Siegpunkte liegt noch ein Spielplan bei. Unter dem erwähnten Spielmaterial finden sich noch ein eher rudimentäres Inlay aus Pappe sowie die bekannten Holz-Meeple in einem Zip-Beutel. Nachdem man die Plättchen aus den Stanzbögen befreit hat, hat man so die Möglichkeit, diese im Inlay einzusortieren. Letzteres ist für das Spielmaterial gut konzipiert und somit vollkommen ausreichend.

 

Carcassonne - Jubiläumsausgabe enthält neben dem Grundspiel noch die vier Erweiterungen Die Bäuerinnen, Der Fluss, Der Abt und Die Jubiläumserweiterung. Wir beschäftigen uns in Bezug auf die Regeln aber erst einmal nur mit dem Grundspiel. Für den Spielaufbau sucht Ihr Euch erst eine der fünf Farben aus und nehmt Euch die entsprechenden Meeple. Einen Eurer Meeple stellt Ihr auf das Feld 0 des Spielplans, die übrigen legt Ihr als Vorrat vor Euch ab. Je nach Erweiterung müsst Ihr die Figur des Abtes beiseitelegen. Für das Grundspiel benötigt Ihr einige der Spielplättchen nicht, aussortieren müsst Ihr alle Flussplättchen und alle Plättchen, auf denen auf der unteren, linken Ecke eine Zwanzig aufgedruckt ist. Achtung: Nicht die Plättchen, bei denen die goldene Zwanzig auf blauem Hintergrund (zum Beispiel auf Bannern) aufgedruckt ist. Nachdem das erledigt ist, sucht Ihr das Startplättchen, dass Ihr an der Rückseite gut erkennen könnt, da es ein helles „C“ aufgedruckt hat, im Vergleich zu den Dunklen der übrigen Plättchen. Dieses Startplättchen wird offen in die Mitte gelegt. Nun mischt Ihr die restlichen Plättchen verdeckt und bildet gleichmäßige Nachziehstapel. Dann bestimmt Ihr, wer anfangen darf und das Spiel kann beginnen…

 

Ziel des Spiels

 

Carcassonne ist ein Legespiel, bei dem Ihr versucht Städte, Wege und Kloster so zu bauen, dass Ihr am meisten Siegpunkte erhaltet. Dabei gilt es verschiedene Legeregeln zu beachten und, dass länger (bei Straßen) und größer (bei Städten) häufig besser ist, um mehr Siegpunkte zu erhalten. Außer natürlich, es gelingt Euch nicht, diese großen Städte abzuschließen bevor das Spiel endet. Denn sobald alle Plättchen aufgebraucht sind, endet das Spiel sofort und Ihr erhaltet für die Städte beispielsweise nur noch die Hälfte der Punkte. Am Schluss gewinnt die Person mit den meisten Siegpunkten.

 

Die Anleitung

 

Wie bereits erwähnt, zählen die Anleitungen zu einem der Highlights dieser Jubiläumsausgabe. Sie fassen sich unglaublich gut an und haben ein paar Prägungen, die man auch fühlen kann. Man hat sofort das Gefühl, dass man ein sehr wertiges Spiel erworben hat. Die Anleitungen sind gegliedert in die Grundregeln und einem zusätzlichen zweiseitigen Heft für die Erweiterungen. Insgesamt ist die Anleitung des Grundspiels sehr gut strukturiert und mit einigen Beispielen und Bildern versehen. Auch das Heft für die Erweiterungen ist sehr übersichtlich gestaltet und beschreibt eine enthaltene Erweiterung nach der anderen, sodass man gut entscheiden kann, welche Erweiterungen man mit dem Grundspiel kombiniert.

 

Schaffe, schaffe, Städle baue…

 

Die Person von Euch, die das Spiel beginnen darf, zieht nun ein Plättchen und legt es an das Startplättchen an. Hierbei gilt es zu beachten, dass Straßen und Städte immer fortgeführt werden müssen und man nicht beispielsweise ein Plättchen so anlegen darf, dass eine freie Grasfläche an eine unvollendete Straße oder Stadt angrenzt. Nachdem das Plättchen gelegt wurde, muss die aktive Person noch entscheiden, ob sie einen Ihrer Meeple auf das gelegte Plättchen platziert. Hierbei gibt es - im Grundspiel - die Optionen, den Meeple auf eine Straße, eine Stadt oder ein Kloster zu setzen. In der ersten Runde ist diese Entscheidung völlig frei. Später müsst Ihr beim Setzen beachten, dass Ihr Eure Meeple nur auf neue, unbesetzte Elemente setzen könnt. Baut Ihr also an eine Stadt an, auf der bereits ein Meeple steht, so könnt Ihr nicht Euren eigenen auf diese Stadt setzen. Ihr könnt allerdings tricksen, indem Ihr erst eine neue Stadt anfangt und dort einen Meeple setzt und im späteren Spielverlauf Eure Stadt mit der anderen verbindet. So erhält dann die Person, die in dieser Stadt am meisten Meeple gesetzt hat, die Siegpunkte. Bei Gleichstand aber auch alle, die die Stadt mit der entsprechenden Anzahl an Figuren besetzt haben. Das gilt natürlich auch für die Wege. Ein besonderes Kartenelement sind die Klöster, sie bestehen immer nur aus einer Karte und müssen von acht weiteren Plättchen umrundet werden, um abgeschlossen zu gelten. Jedes Mal, wenn Ihr ein Kartenelement abschließt, wird es gewertet und Ihr müsst Eure Meeple zurücknehmen. Das ist wichtig, da Euer Vorrat jeweils auf sieben Meeple beschränkt ist. Habt Ihr also keine mehr, so könnt Ihr keine neuen Plättchen besetzen. Somit muss man immer gut abwägen, wie groß man baut und wo man seine Spielfiguren hinsetzt. Nachdem Euer Zug beendet ist, folgt die nächste Person im Uhrzeigersinn. Gespielt wird so lange, bis alle Plättchen aufgebraucht sind. Am Ende kommt zu Eurer bestehenden Wertung noch die der unvollständigen Elemente hinzu. Für besetzte Städte gibt es nun nur einen statt zwei Punkte und die enthaltenen Wappen auf diesen Städten bringen auch nur noch einen Punkt. Keinen Punktabzug gibt es bei den Wegen und Klöstern. Hier wird die Länge bei den Wegen mit je einem Punkt bewertet und die umliegenden Plättchen beim Kloster auch mit je einem Punkt, sonst wären es 9 (inklusive das Kloster selbst).Siegreich ist die Person, die am Ende am meisten Siegpunkte hat.

 

Bildergalerie von Carcassonne Jubiläumsausgabe (9 Bilder)

Lieferumfang

 

  • 104 Landschaftsplättchen
  • 40 Gefolgsleute in den 5 Spielerfarben
  • 5 Äbte in den 5 Spielerfarben
  • 1 Wertungstafel
  • 1 Spielanleitung
  • 1 Beiblatt
  • 1 Stickerbogen


Cover & Bilder © www.sofahelden.de


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex:

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich Carcassonne das erste Mal während Corona auf Brettspielwelt.de gespielt habe. Vorher wusste ich zwar, dass es das Spiel gibt, mehr aber nicht. Für mich hing das irgendwie immer mit Catan zusammen und letzteres ist sowas wie ein rotes Tuch für mich (Außer natürlich die Sternfahrer). Carcassonne hat aber nichts mit Catan gemein und macht als Legespiel unheimlich viel Spaß. Man kann eher für sich spielen oder aber auch die Mitspielenden bei Ihren Bauvorhaben behindern. Die Jubiläumsausgabe war dann doch eine gute Entscheidung für einen Einstieg. Immerhin sind schon vier Erweiterungen enthalten. Durch die Vielzahl an Plättchen und die zufällige Reihenfolge, in der sie ins Spiel kommen, gibt es natürlich einen gewissen Glücksfaktor und einen hohen Wiederspielwert. Insgesamt würde ich für das Spielprinzip acht bis neun Punkte vergeben und für die besondere Gestaltung und Wertigkeit dieser Edition zehn Punkte. Am Ende komme ich auf sehr gute 9/10 Punkte.

 

Josi:

Mir war Carcassonne schon sehr lange ein Begriff und ich habe es auch früher schon oft gespielt. Insofern war es „leichter“ für mich den Wert und das Spiel an sich vorab einzuschätzen. Allerdings muss ich mich anschließen. Es ist eine wirklich schöne Edition, mit so vielen niedlichen Details und die Anleitung ist wirklich sehenswert. Außerdem gefällt mir, dass es auch gleich mit Erweiterungen daher kommt. Somit hat man das gute Gefühl eine gute Investition getätigt zu haben aus meiner Sicht. Auch von mir hier 9/10.


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