Karak 2

Karak 2

Genre: Familienspiel • Erkundung • Ressourcenmanagement
Autor: Petr Mikša
Illustrator: Roman Hladík
Spieleverlag: Kosmos / albi
Empfohlenes Alter: 10+
Spieldauer: 45-90 Minuten

Karak 2   27.01.2026 von Born2bewild

Eigentlich sollte man ja bei Mehrteilern immer die Reihenfolge einhalten. Nimmt man beispielsweise die Legenden von Andor, käme es schon sehr seltsam, würde man mit dem zweiten Teil anfangen. Alleine schon, weil man hier das Spielmaterial des ersten benötigt. Bei Karak 2 haben wir eine Ausnahme gemacht, da dieses neu erschienen ist und uns versichert wurde, dass es unabhängig vom uns unbekannten ersten Teil spielbar ist. Ob wir diese Entscheidung bereut haben, erfahrt Ihr in unserem Review…

 

Spielmaterial und Aufbau

 

Öffnet man Karak, so schlägt das monk’sche Herz gleich höher. Denn unter den Stanzbögen befindet sich ein schönes Inlay aus Kunststoff mit transparenten Deckeln. Im Inneren sieht man schon die Tableaus, die uns schon auf der Spielwarenmesse Nürnberg 2025 angesprochen hatten. Außerdem sieht man einiges Material aus Holz und Würfel (ebenfalls aus Holz). Vor dem ersten Spiel gibt es einiges zu pöppeln. Beim Spielmaterial gefallen uns nicht nur die Double-Layer-Tableaus, sondern auch die Ressourcen und Würfel aus Holz. Aber auch das übrigen Spielmaterial aus Karton ist sehr gut gelungen. Ebenfalls ein Highlight ist der Stoffbeutel für die Monster. Kommen wir zurück zum Inlay. Hier macht es durchaus Sinn, vor dem ersten Spiel die Ressourcen und kleinen Würfel einzusortieren. Denn es ist so gestaltet, dass Ihr an diese Materialien während des Spiels wieder gut drankommt.

 

Nachdem Ihr alles ausgepöppelt und gegebenenfalls einsortiert habt, kann es auch schon an den eigentlichen Spielaufbau gehen. Hierfür nehmt Ihr Euch jeweils ein Tableau mit sechs Lebens- und sechs unterschiedlichen Gebäudeplättchen sowie jeweils ein Banner. Die Heldenkarten mischt Ihr am besten und lost sie zufällig zu. Anschließend legt Ihr sie in die Aussparung Eures Tableaus und nehmt Euch das passende Stadtplättchen sowie den oder die Würfel mit dazu. Das Startfeld legt Ihr in die Mitte und stellt Eure Spielfiguren darauf. Die Landschaftsfelder sortiert Ihr anhand Ihrer Rückseite und mischt jeden Stapel für sich. Anschließend legt Ihr den Stapel mit den zwei Totenköpfen verdeckt hin und den mit nur einem oben drauf. Die Monsterarmee-Plättchen schmeißt Ihr alle zusammen in den schwarzen Beutel. Dann kann es auch schon losgehen.

 

Ziel des Spiels

 

Runde um Runde erforscht Ihr neue Gebiete, besiegt Monster, die Euch bessere Ausrüstung und zum Teil Siegpunkte geben, sammelt Ressourcen und baut so Eure Städte und Eure Armeen aus. Irgendwann kommt Ihr an den Punkt, an dem der Dunkle General aufgedeckt wird. Dann versucht Ihr diesen zu besiegen, denn er bringt viereinhalb Siegpunkte. Sobald Ihr Ihn geschlagen habt, endet das Spiel und Ihr zählt, wer mit den meisten Siegpunkten gewonnen hat.

 

Die Anleitung

 

Mit sechzehnt Seiten wirkt die Anleitung erstmal sehr umfangreich für ein Familienspiel. Allerdings relativiert sich das Ganze durch die logische Struktur und die vielen Bilder. Für erfahrene Brettspieler*innen dürfte das Ganze sehr leicht zu verstehen sein. Neulinge dürften etwas länger brauchen, aber auch das sollte sich in einem familientauglichen Rahmen bewegen.

 

Plättchen für Plättchen auf Erkundungstour…

 

Seid Ihr an der Reihe, habt Ihr zwei Bewegungen auf die jeweils eine Aktion folgt. Ihr dürft aber jeweils auch die Bewegung und/oder Aktion verfallen lassen. Nur die Reihenfolge (erst Bewegen, dann die Aktion durchführen) dürft Ihr nicht verändern. Die Aktionen sind die folgenden:

 

  • Rohstoffe sammeln
  • Kampf mit einer Monsterarmee
  • Pest ausrotten
  • Stadt bauen
  • Gebäude errichten
  • Einheiten rekrutieren
  • Heilung
  • Gegenstand aufheben

 

Vermutlich kommt es gerade am Anfang am häufigsten vor, dass Ihr auf Eurem Plättchen stehenbleibt oder Euch auf das Nachbarplättchen bewegt. Dort sammelt Ihr dann Rohstoffe. Das heißt, Ihr erhaltet einen von jedem Rohstoff, der sich auf Eurem Plättchen befindet. Anschließend könnt Ihr Euch dann beispielsweise noch einmal auf einen leeren Bereich bewegen und so das Gebiet erkunden. Das macht Ihr, indem Ihr das oberste Plättchen von den Landschaftsfeldern nehmt und nach Belieben an das eben verlassene Plättchen anlegt. Allerdings muss eine Verbindung zu diesem vorhanden sein, die Schluchten müssen also in andere Richtungen zeigen. Anschließend müsst Ihr noch aus dem Beutel einen Gegner (bei Stufe zwei Landschaften zwei davon) aus dem Beutel ziehen. Dieses legt Ihr mit der Gegnerseite auf das eben aufgedeckte Plättchen.

 

Ihr seid nun im Kampf mit einer Monsterarme und würfelt mit Eurem Charakterwürfel und - sofern vorhanden - beliebig vielen Einheitenwürfeln, die sich in Eurem Vorrat befinden. Für Eure Angriffsstärke zählt Ihr die Schwerter auf den Würfeln. Erreicht Ihr mindestens die auf der Monsterarmee aufgedruckte Zahl, habt Ihr den Kampf gewonnen. Hierbei stellt Ihr Eure Kampfkraft am Tableau (das Banner Eurer Burg) auf die entsprechende Stufe des oder der Monster hoch (nicht runter!). Hinzu kommt, dass Ihr das Monster nehmt und je nachdem entweder als Gegenstand auf Euer Tableau legt oder als Siegpunkt daneben. Ihr müsst nur aufpassen, dass Ihr von jeder Gegenstandsart nur eine bestimmte Anzahl tragen könnt. Überschreitet Ihr diese, müsst Ihr Euch entscheiden, welchen der Gegenstände Ihr behaltet und welche Ihr auf das aktuelle Feld legt. Wenn Ihr verliert, setzt Ihr Eure Figur einfach auf das Feld, von dem aus Ihr das aktuelle Feld betreten habt, zurück. Das kann auch die Stadt sein, wenn Ihr Euch später portet.

 

Unabhängig vom Ausgang des Kampfes verliert Ihr anschließend alle Einheiten, mit denen Ihr einen Totenkopf gewürfelt habt und für jeden Totenkopf auf Eurem Charakterwürfel jeweils ein Leben. Wenn Ihr zwei Totenköpfe würfelt, dürft Ihr außerdem einen anderen Charakter wählen. Dieser erhält Elend, was bedeutet, dass man von jedem der vorhandenen Rohstoffe einen abgeben muss. Außerdem legt Ihr - sofern dieser Charakter eine hat- den Pestmarker auf seine Stadt. Das führt dazu, dass der Charakter in dieser Stadt keine Einheiten mehr rekrutieren kann. Den Pestmarker wird man entweder durch das Würfeln der zwei Totenköpfe und Versetzen des Pestmarkers oder durch die Aktion Pest ausrotten in der neutralen Stadt, wieder los. Dabei legt man den Pestmarker ab und darf sich wieder vollheilen. Hat man den Pestmarker nicht, darf man sich aber trotzdem voll heilen.

 

Irgendwann habt Ihr genug Rohstoffe und könnt auf einem beliebigen, freien Feld (außer dem Startfeld) Eure Stadt bauen. Hierfür legt Ihr Euren Stadtmarker auf dieses Feld. Dann gibt es hier keine Rohstoffe mehr. Dafür könnt Ihr nun Gebäude errichten und Einheiten rekrutieren. Es gibt sechs verschiedene Gebäude. Drei davon benötigt Ihr zum Bauen der drei verschiedenen Einheitentypen (Infanterie, Bogenschützen und Magier), was Euch im Kampf weitere Würfel beschert. Dann gibt es einen Stall, mit der Ihr eine zusätzliche Aktion habt, ein Portal, mit dem Ihr Euch einmal pro Runde von Eurer Stadt auf ein beliebiges Gebiet oder zurück teleportieren könnt und ein Banner, das Euch wiederum plus zwei Kampfkraft bringt. Sobald Ihr eines der drei Gebäude zur Rekrutierung der Einheiten gebaut habt, könnt Ihr diese Aktion ausführen und beliebig viele Einheiten - auch verschiedene - rekrutieren. Ihr müsst lediglich die Rohstoffe hierfür bezahlen und dürft maximal so viele Einheiten haben, wie Ihr Kampfkraft habt.

 

Solltet Ihr einmal zu viel Schaden genommen haben, könnt Ihr mit der Aktion heilen überall zwei Herzen wieder umdrehen. Alternativ könnt Ihr auch die Aktion Pest ausrotten in der neutralen Stadt ausführen, bei der Ihr Euch wie erwähnt sogar vollheilt. Falls Ihr mal auf einen herrenlosen Gegenstand stoßt, könnt Ihr diesen ebenfalls mit einer Aktion aufheben.

 

Nachdem Ihr Eure Aktionen durchgeführt habt, ist der nächste Charakter im Uhrzeigersinn an der Reihe. Dies macht Ihr so lange bis einer von Euch den dunklen General besiegt hat. Dann endet das Spiel und die Person mit den meisten Siegpunkten gewinnt das Spiel.

 

Zu den Standardaktionen und -fertigkeiten kommen noch Charakterspezifische Fähigkeiten, die sehr unterschiedlich sind. Wir dachten anfangs, dass der Hexenmeister einen Vorteil hat, weil er mit einer Aktion Untote erschaffen kann, die nicht zu seiner Kampfkraft dazu zählen, aber mitkämpfen können. Nach ein paar Runden stellte sich aber raus, dass das ok ist, weil er hierdurch auch immer eine Aktion „verliert“. Die Charaktere sind also sehr gut ausbalanciert.

 

Bildergalerie von Karak 2 (12 Bilder)

Lieferumfang

 

  • 120 Rohstoffe
  • 36 Monsterarmee-Plättchen
  • 35 Einheitenwürfel
  • 30 Lebens-Plättchen
  • 30 Gebäude-Plättchen
  • 28 Landschaftsfelder
  • 6 Stadtfelder
  • 6 Helden
  • 6 Heldenkarten
  • 6 Heldenwürfel
  • 5 Heldentableaus
  • 5 Ruhmbanner
  • 5 Prätorianer
  • 1 Dunkler General
  • 1 Pest-Marker
  • 1 Startfeld
  • 1 Beutel
  • 1 Anleitung



Cover & Bilder © Cover: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG / Bilder im Artikel und Teaserbild: www.sofahelden.de


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex:

Karak 2 hat mich auf der Spielwarenmesse Nürnberg 2025 direkt angelacht. Der erste Teil ist mir noch unbekannt, scheint aber ähnlich zu sein. Ich weiß nicht, warum ich darauf kam, ich war irgendwie auf dem Trichter, dass es kooperativ gegen die Monsterhorden geht. Doch dem ist nicht so. Auch wenn ich kooperative Spiele bevorzuge, macht Karak 2 sehr viel Spaß und ist aktuell sogar unser Dauerbrenner. Die Kinder sind beide heiß drauf und wir spielen gerne mit. Das Balancing ist sehr gut, man hat mit den unterschiedlichen Charakteren verschiedene Möglichkeiten, um voran zu kommen, und man muss den Boss auch nicht unbedingt besiegen, denn die Gegner bringen auch Siegpunkte. Das kann motivierend, aber auch frustrierend sein, wenn jemand beispielsweise schon fünf Siegpunkte hat und man nur die Option hat, den dunklen General zu besiegen, bringt dieser nur 4,5 Punkte. Also verliert man trotzdem. Aber dann hat man eben auch schon vorher vielleicht etwas falsch gemacht. Durch die Würfel gibt es einen gewissen Glücksfaktor, der gerade für jüngere Spieler*innen hilfreich ist. Insgesamt gibt es hier aus meiner Sicht eigentlich keine Kritikpunkte. Somit komme ich hier auf eine geradezu perfekte 10/10 und möchte auch den Couch-Award mit vergeben.

 

Josi:

Am Ende kann ich mich Alex nur anschließen. Bei uns kam das Spiel ganz hervorragend an, und zwar bei allen. Es ist außerdem ein gutes Einsteigerspiel, das aber dennoch eine gewisse Tiefe bietet. Von der Wiederspielbarkeit her müssen wir nicht reden. Es gibt viele Zufallskomponenten, die man mit der zufälligen Auswahl der Charaktere sogar nochmal steigert. Eine klare 10/10 auch von mir. Couch-Award aus einer sehr subjektiven Wahrnehmung (aber was auch sonst).


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