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Biathlon Blast
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BEWERTUNG |
09.02.2026 von Born2bewildBiathlon erfreut sich sehr großer Beliebtheit und die Saison ist gerade am Laufen. Eigentlich schon fast verwunderlich, dass es bislang kaum Spiele hierzu gibt. Finanziert durch Crowdfunding stellte carMax dieses Jahr Biathlon Blast auf der SPIEL vor. Ob uns das Spiel umgehauen hat oder nur ein Schuss in den Ofen war, erfahrt Ihr in unserem Review…
Beim Öffnen der Packung dachten wir uns erstmal: Och nö, schonwieder so ein „Schmeiß alles in die Schachtel“-Spiel… Kein Inlay, kaum Tütchen, das kann ja was werden… Doch dann überraschte man uns positiv. Neben den vier Stanzbögen, von denen einer Ersatzteile enthält, liegt der Verpackung ein Rahmen bei, den Ihr erst einmal zusammenstecken müsst. Außerdem gibt es für jeden der acht Charaktere eine Schachtel, in der Ihr die zugehörigen Karten, Genauigkeitsplättchen und Aufsteller unterbringen könnt. Für die Ski- und Motivationskarten gibt es noch eine zusätzliche, allgemeine Box. Positiv zu erwähnen ist an dieser Stelle noch, dass man abgesehen von der Folie um die Verpackung weitestgehend auf Kunststoffe verzichtet hat, denn alle Figuren und Marker sind aus Karton oder Holz. Aus Holz sind die Wolke, Skipaare und Pulsmarker sowie Patronen und Skiwachs. In den Stanzbögen findet Ihr neben den bereits erwähnten Aufstellern und Genauigkeitsplättchen noch sechs Spielertafeln und die Schiessbarriere, die Euch im Spielverlauf vor Unfällen mit den Würfeln schützen soll. Ebenfalls zum Lieferumfang gehört ein doppelseitiges Spielbrett, das Euch zwei Parcours mit je einer langen und kurzen Variante bietet. Die Karten sind wie alles übrige lose Spielmaterial in Papier eingepackt. Für das erste Spiel müsst Ihr sie noch in die neun Boxen aufteilen. Die Boxen könnt Ihr dann an den entsprechenden Stellen zwischen Einsatz und Karton unterbringen. Passend hierzu gibt es auf dem Einsatz auch Beschriftungen mit den Namen der Charaktere. Die fünf Würfel, etwas größer als normal und die Zahlen Null bis Fünf enthalten sind aus Holz. Als kleines Hilfsmittel gibt es neben der Charakter-Statistiken auf den Boxen auch noch eine Karte, die Charakterbeschreibungen und Infos zu den Werten (Stärken/Schwächen der Decks) enthält. Insgesamt ist die Optik sehr gut gelungen und die Charaktere sind in einem ansprechenden Comicstil gehalten.
Für den eigentlichen Aufbau legt Ihr als erstes den Spielplan mit dem gewünschten Parcours nach oben in die Tischmitte. Außerdem müsst Ihr Euch einigen, ob Ihr die lange oder kurze Variante spielen möchtet. Dann baut Ihr die Schießbarriere auf und legt die Wolke auf das Windstille-Symbol. Verteilt dann zufällig die Skipaare und die passenden Pulsmarker, Patronen und das Skiwachs. Nicht wundern, der rote Charakter erhält mehr Patronen als alle anderen, dafür aber kein Wachs. Die Marker verteilt Ihr in die entsprechenden Aussparungen Eurer Spielertafel, wobei der Pulsmarker auf die 0 kommt. Die Anleitung gibt Euch eine Reihenfolge der Farben vor. In dieser wählt Ihr Eure Charaktere aus, nehmt Euch die Box mit dem Material und legt das Genauigkeitsplättchen in Eure Spielertafel. Dann mischt Ihr die Motivationskarten, legt zwei von ihnen offen ins Publikum und würfelt die Würfel in den Schießstand. Anschließend dreht Ihr jeweils zufällig eine Eurer Karten um und startet damit nicht nur euren Ablagestapel, sondern bestimmt auch Eure Aufstell-Initiative. Nach dieser stellt Ihr die Figuren hinter der Ziellinie auf. Dann beginnt auch schon das Spiel.
Ziel des Spiels
Wie auch beim realen Biathlon geht es auch bei Biathlon Blast darum, möglichst sein Tempo zu gehen, den Puls niedrig zu halten und gut zu schießen. Das gelingt Euch durch geschicktes Ausspielen von Karten und Deckbuilding am Rundenende beziehungsweise -anfang. Das Spielende solltet Ihr nach drei Runden erreichen, wenn einer der Charaktere die Ziellinie überquert. Dann endet das Spiel. Gelingt Euch das Karten- und Pulsmanagement nicht so gut, könnt Ihr aber schon vorher ausscheiden, wenn Ihr keine Karten mehr habt oder Euer Puls über Zehn steigen sollte.
Die Anleitung
Sechzehn Seiten klingen erst einmal viel, aber die Anleitung enthält viele Beispiele und Bilder, die das Ganze veranschaulichen. Die Regeln sind relativ einfach gehalten und logisch aufgebaut. Alles in allem ist man somit relativ schnell mit der Anleitung durch und könnt das Spiel den anderen erklären.
Treffen sich zwei Biathleten am Schießstand…
Das Spiel gliedert sich in zwei Phasen. In der ersten spielt Ihr gemeinsam und wählt Eure Karten aus, in der zweiten führt Ihr eine der Aktionen von Eurer Karte in Reihenfolge aus. Aber beginnen wir von vorne: Als erstes wählt Ihr alle aus Euren Handkarten eine aus und legt sie verdeckt vor Euch ab. Sobald Ihr alle eine Karte gelegt habt, dreht Ihr sie um und ermittelt anhand der Initiative (der Zahl links oben auf den Karten), wer von Euch die höchste hat. Diese Person darf beginnen, gefolgt von der mit der zweithöchsten Zahl und so weiter. Bei manchen Karten wird die Initiative auch anhand des roten Würfels ermittelt. Nachdem die Zugreihenfolge feststeht, könnt Ihr mit der Aktionsphase fortfahren.
Als erstes bewegt Ihr Euch. Wichtig ist dabei erst einmal: Schwarze Felder sind ein Aufstieg, gelbe Felder ebenerdige Piste und grüne Felder die Abfahrt. Dieser Farbschlüsselung findet Ihr von links (schwarz) nach rechts (grün) als Balken auf Eurer Karte, über denen meistens Zahlen stehen. Ihr dürft nun auf jeden Fall für jede Zahl über einem dieser farbigen Balken Felder in der entsprechenden Farbe vorrücken. Zusätzlich ist natürlich der Aufstieg anstrengender als die ebene Piste, die wiederum anstrengender ist als die Abfahrt. Folglich könnt Ihr auch die Schritte von links für die Farben rechts davon nutzen. Also Aufstieg für ebene Piste und Abfahrt und ebene Piste auch für die Abfahrt. Ergänzend dazu könnt Ihr auch noch Wachs in entsprechenden Farbe der Felder einsetzen, um weiter nach vorne zu kommen – wenn Ihr diese denn auch habt). Die einzige Regel dabei lautet, dass Ihr nicht auf den Feldern anderer Charaktere landen dürft. Ihr werdet aber merken, dass es manchmal vielleicht besser ist, auf Bewegung zu verzichten, um hinter einem anderen Charakter stehen zu bleiben. Dann seid Ihr nämlich im Windschatten, was Euch Vorteile für Euren Puls bringt. Wichtig ist, dass Ihr Euch am Ende Eures Zuges in die Richtung dreht, in die Ihr gerade fahrt.
Sobald Ihr Euch bewegt habt, müsst Ihr Euren Puls anpassen. Als erstes prüft Ihr den Puls Eurer Karte, sie kann einen Einfluss haben und ihn erhöhen oder senken. Dann prüft Ihr den Windschatten. Steht Ihr auf einem Feld direkt hinter einem anderen Charakter, so dürft Ihr Euren Puls um einen Punkt senken. Nun folgt der Wind. Habt Ihr Rückenwind, so reduziert sich Euer Puls ebenfalls um einen Punkt. Kommt der Wind jedoch von Vorne, so ist das natürlich anstrengender und Ihr erhöht Euren Puls um eins.
Bei manchen Aktionen findet Ihr an der dritten Position ein Windsymbol. Ist das der Fall oder Ihr spielt weiß, dann dürft Ihr den Wind anpassen. Das bedeutet Ihr legt die Wolke auf eine der vier Himmelsrichtungen und deutet damit an, dass der Wind nun aus dieser Richtung kommt oder Ihr legt Ihn auf das Feld für Windstille neben dem Schießstand. Während die Aktion auf der Karte kostenlos ist, kann der weiße Charakter ein weißes Wachs ausgeben, um den Wind auch ohne Karte zu ändern.
Überschreitet Ihr bei Eurer Bewegung das Startfeld, so erhaltet Ihr Motivation in Form einer Motivationskarte (eine weitere Spielkarte). Ihr nehmt dabei entweder eine der beiden offenen Karten oder eine vom Nachziehstapel auf die Hand.
Früher oder später bewegt Ihr Euch auf den Schießstand. Egal wie viel Bewegung Ihr noch übrig habt, Ihr müsst beim Schießstand stehen bleiben. Dann spielt Ihr in der nächsten Runde eine normale Karte, um Eure Initiative zu bestimmen, wählt aber eine der beiden Schießstand-Aktionen. Entweder Ihr wartet und senkt Euren Puls um zwei oder Ihr schießt und werft die Würfel. Entscheidet Ihr Euch für die zweite Aktion, ermittelt Ihr anhand Eures Pulses und Eures Genauigkeitsplättchens wie viele der Würfel die angegebene Zahl erreichen oder überschreiten und damit ein Treffer sind. Anschließend prüft Ihr den Wind: habt Ihr Seitenwind, müsst Ihr einen Treffer abziehen. Habt Ihr Windstille, erhaltet Ihr einen zusätzlichen Treffer. Außerdem erhaltet Ihr zusätzliche Treffer über das Ausgeben Eurer Patronen. So oder so könnt Ihr aber maximal fünf Treffer erzielen. Diese bringen Euch direkt einen Bonus. In Bad Wolfsheim dürft Ihr Euch beispielsweise für jeden Treffer um zwei schwarze Felder nach vorne bewegen.
Der Schießstand bringt Euch also nicht wie ihm realen Biathlon einen Nachteil, wenn Ihr nicht trefft, sondern einen Vorteil, wenn Ihr trefft. Einen weiteren Vorteil bringen Euch die Trainerfelder. Landet Ihr genau auf ihnen, erhaltet Ihr das abgebildete Skiwachs als Bonus, den Ihr, wenn Ihr ihn nutzen möchtet, beim nächsten Spielzug sofort einsetzen müsst.
Nachdem Ihr Euren Zug durchgeführt habt, legt Ihr Eure Karte auf den Ablagestapel oder nehmt sie aus dem Spiel, je nachdem, ob im Hintergrund der Aktion ein Schnee- oder Eisfeld ist. Dann ist die nächste Person an der Reihe, bis alle durch sind. Dann wählt Ihr wieder Eure Karten aus. Generell spielt Ihr immer Eure Karten durch und nehmt Euch anschließend den Nachziehstapel wieder auf die Hand. Ihr könnt aber auch schon früher Eure abgelegten Karten zurücknehmen, indem Ihr in der Auswahlphase eine Eurer Patronen ausgebt.
Das Spiel endet sofort, wenn eine Person in der dritten Runde mit einem Puls kleiner gleich Zehn im Ziel ankommt. Diese Person hat das Spiel gewonnen. Generell gilt, sobald Euer Puls die Zehn überschreitet oder Ihr keine Karten mehr in der Hand oder im Ablagestapel habt, scheidet Ihr aus.
Zusätzlich zu einzelnen Runden könnt Ihr auch einen Weltcup mit allen vier Parcours spielen. Dabei wählt Ihr nach jedem Rennen entsprechend Eurer Platzierung die Skier für den nächsten Parcours aus. Anschließend wechselt Ihr aber auch Euren Charakter, wieder in der Reihenfolge der Skifarben aus der Anleitung.
Lieferumfang
Cover & Bilder © Cover: carlMax / Bilder im Artikel und Teaserbild: www.sofahelden.de Das Fazit von: Born2bewild
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